Ratgeber

EÜR für Kleinunternehmer: Anleitung, Beispiel & wichtige Regeln

EÜR steht für Einnahmen-Überschuss-Rechnung und klingt für viele erstmal nach Finanzamt, Formulare und komplizierter Buchhaltung.

Das Prinzip ist simpel:

Du nimmst einfach die Einnahmen und Ausgaben aus dem Betrieb und stellst sie gegenüber. Was übrig bleibt, ist entweder Gewinn oder Verlust.

Der Gewinn ist später für Deine Steuererklärung wichtig.

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung wird immer dann stressig, wenn Rechnungen, Belege und Ausgaben in irgendwelchen Ordnern auf Deinem Desktop oder im Schuhkarton versinken. Dann sitzt Du am Ende vom Geschäftsjahr vor einem Haufen PDFs, Kassenzetteln, Kontoauszügen und fragst Dich:

  • Was gehört in die EÜR?
  • Was nicht?
  • Wie berechne ich meinen Gewinn richtig?
  • Und wo ist der Schuhkarton, der unten im Regal war?

Hier erfährst Du in einfachen Worten, wie die EÜR für Kleinunternehmer funktioniert, welche Einnahmen und Ausgaben wichtig sind und welche Fehler Du vermeiden solltest.

Kurz gesagt

Betriebseinnahmen − Betriebsausgaben = Gewinn oder Verlust

Was ist eine EÜR?

EÜR steht für Einnahmen-Überschuss-Rechnung und ist eine simple Methode, mit der Du Deinen Gewinn ermitteln kannst.

Es wird folgende Formel verwendet:
Betriebseinnahmen – Betriebsausgaben = Gewinn oder Verlust

Wer gesetzlich nicht zur Buchführung und zum Jahresabschluss verpflichtet ist, kann den Gewinn als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ermitteln. Genaueres kannst Du im Einkommensteuergesetz (§ 4 EStG) nachlesen.

Gerade für Kleinunternehmer, Freiberufler und Gründer ist die EÜR der einfachere Weg im Vergleich zur Bilanz.

Achte jedoch darauf, dass die EÜR für gewöhnlich über die Anlage EÜR elektronisch an das Finanzamt übermittelt wird.

Was ist der Unterschied zwischen EÜR und Kleinunternehmerregelung?

Kurz und knapp: Die EÜR betrifft Deine Gewinnermittlung und die Kleinunternehmerregelung betrifft Deine Umsatzsteuer.

Für Dich bedeutet das: Selbst wenn Du Kleinunternehmer nach § 19 UStG bist, musst Du Deinen Gewinn ermitteln und dem Finanzamt mitteilen. Die Kleinunternehmerregelung bezieht sich lediglich darauf, dass Du auf Deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen darfst.

Also auch als Kleinunternehmer musst Du eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung machen.

Wer muss eine EÜR erstellen?

Alle Unternehmer, die nicht bilanzierungspflichtig sind.

Zum Beispiel:

  • Kleinunternehmer
  • Einzelunternehmer
  • Freiberufler
  • Selbstständige im Nebengewerbe
  • Gründer mit überschaubarem Geschäftsbetrieb

Solltest Du als Einzelunternehmer Rechnungen schreiben, Betriebsausgaben aufweisen und Gewinn ermitteln, dann ist die EÜR für Dich der zentrale Ankerpunkt.

Wichtig

Die Pflicht einer EÜR hängt von Deiner steuerlichen Situation ab. Sprich im Zweifel mit Deinem Steuerberater oder wende Dich an Dein zuständiges Finanzamt.

Welche Einnahmen gehören in die EÜR?

Um Deinen Gewinn über die EÜR zu ermitteln, brauchst Du Deine betrieblichen Einnahmen.

Typische Einnahmen sind:

  • Verkaufserlöse
  • Honorare
  • Bezahlte Kundenrechnungen
  • Einnahmen aus Dienstleistungen
  • Betriebliche Erstattungen
  • Gutschriften

Solltest Du Kleinunternehmer sein und keine Umsatzsteuer ausweisen, dann setzen sich Deine Einnahmen in der Regel aus den Beträgen zusammen, die Deine Kunden an Dich bezahlen.

Für die Praxis:

Bezahlt Dein Kunde eine Rechnung über 700 €, sind die 700 € Deine Betriebseinnahme.

Für den Fall, dass Du kein Kleinunternehmer bist und Umsatzsteuer ausweist, musst Du Deine Einnahmen und Deine Umsatzsteuer sauber voneinander trennen. Das ist ein häufiger Fehlermagnet, wenn Du Deine Rechnungen nicht ordentlich dokumentierst.

Welche Ausgaben gehören in die EÜR?

Alle Kosten, die durch Deine selbstständige Tätigkeit entstehen.

Typische Betriebsausgaben für Kleinunternehmer sind zum Beispiel:

  • Büromaterial
  • Laptop, Drucker und Smartphone
  • Telefon und Internetkosten
  • Software
  • Website und Hosting
  • Werbung und Marketing
  • Weiterbildung
  • Fachliteratur
  • Fahrtkosten
  • Kontoführungsgebühren für Dein Geschäftskonto
  • Steuerberatung

Wenn Du Dir unsicher bist, stelle Dir folgende Frage: Handelt es sich um eine Ausgabe, die mit Deiner betrieblichen Tätigkeit zusammenhängt?

Ist die Antwort ja, sind die Kosten grundsätzlich relevant für Deine EÜR.

Wichtig: Nicht alle Ausgaben sind vollständig abziehbar. Es gibt private, gemischte und anteilig betriebliche Kosten. Bei Unsicherheiten halte Rücksprache mit Deinem Steuerberater.

EÜR-Beispiel für Kleinunternehmer

Anhand von einem einfachen Beispiel wird die Einnahmen-Überschuss-Rechnung leichter verständlich.

In unserem Beispiel bist Du Kleinunternehmer und hattest im vergangenen Jahr folgende Kennzahlen:

Beispiel einer EÜR für Kleinunternehmer: Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben
Position Betrag
Betriebseinnahmen
Einnahmen aus Kundenrechnungen 15.000 €
Betriebsausgaben
Software & Tools 900 €
Website & Hosting 200 €
Laptop 1.200 €
Steuerberatung 500 €
Sonstige Betriebsausgaben 1.100 €
Betriebsausgaben gesamt 3.900 €

Anschließend rechnest Du: 15.000 € Einnahmen – 3.900 € Ausgaben = 11.100 € Gewinn

Genau dieser Gewinn ist später relevant für Deine Einkommensteuer.

Wie Du jetzt gesehen hast, ist die EÜR kein Hexenwerk. Die Rechnung selbst ist ziemlich simpel. Das Problem ist die Vorbereitung.

  • Hast Du alle Rechnungen griffbereit?
  • Sind Deine Belege sortiert?
  • Hast Du private und betriebliche Ausgaben voneinander getrennt?

Schritt-für-Schritt-Anleitung: die richtige Vorbereitung für Deine EÜR

  1. Sammle alle Einnahmen

    Du behältst also alle Rechnungen, die Du im Laufe des Jahres erstellst. Es ist nicht nur wichtig, was Du geschrieben hast, sondern was tatsächlich bezahlt wurde. Teil der EÜR ist das Zufluss-Abfluss-Prinzip. Das bedeutet: Für jedes Jahr zählen nur die Einnahmen und Ausgaben, die in diesem Jahr tatsächlich geflossen sind.

  2. Betriebliche Ausgaben

    Bewahre alle Ausgaben auf, die im Zusammenhang mit Deinen betrieblichen Tätigkeiten aufgekommen sind.

  3. Trenne private und geschäftliche Ausgaben

    Lege dafür ein separates Geschäftskonto an. Das ist kein Muss, aber sehr sinnvoll. Durch das separate Konto behältst Du den Überblick.

  4. Gewinn berechnen

    Stelle Deine Einnahmen und Ausgaben gegenüber.
    Einnahmen – Ausgaben = Gewinn
    Sollten Deine Ausgaben höher als Deine Einnahmen sein, entsteht ein Verlust.

  5. Übertrage Deine Kennzahlen in die Anlage EÜR

    Abschließend werden alle Werte in die Anlage EÜR übertragen und elektronisch an Dein zuständiges Finanzamt übermittelt. ELSTER stellt das Formular „Einnahmenüberschussrechnung / Anlage EÜR“ bereit.

Deshalb ist die EÜR deutlich einfacher, wenn Du von Anfang an ordentlich arbeitest

Du hast jetzt gelernt, dass die Formel sehr simpel ist. Das Problem ist die laufende Organisation sowie Aufbewahrung Deiner Belege, Rechnungen und Ausgaben. Wenn Du das ganze Jahr über sauber arbeitest, sparst Du Dir am Ende viel Stress und Zeit.

Eine Buchhaltungssoftware kann Dir dabei helfen, alles ordentlich zu organisieren. Dann weißt Du:

  • Welche Einnahmen Du hast
  • Welche betrieblichen Ausgaben
  • Wo Deine Belege sind
  • Wie hoch Dein Gewinn ist
  • Dass Deine Steuererklärung sauber vorbereitet ist

Und genau dabei kann Dir die Software von Intiqore helfen. Somit erhältst Du ein System, das Dir dabei hilft, die Übersicht zu behalten.

So bleibt Dir mehr Zeit für Tätigkeiten, die Dein Business wirklich fördern: Neue Kunden gewinnen, Aufträge bearbeiten und Umsatz machen.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung.